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Narkose beim Zahnarzt: Varianten, Ablauf, Risiko & Kostenübernahme

Die Narkose – von vielen gefürchtet, vor allen Dingen beim Zahnarzt. Aber was genau passiert während der Behandlung und welche verschiedenen Varianten & Risiken gibt es? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige.

Die meisten von uns haben bei Zahnarztbesuchen bereits mit der ein oder anderen Art von Narkose Bekanntschaft gemacht.

  • Unter einer Narkose versteht man im Allgemeinen die Schmerzausschaltung für eine bestimmte Zeit. Dies wird auf unterschiedliche Art und Weise hervorgerufen.
  • Je nach Narkoseart wird entweder nur lokal betäubt (die berühmte Spritze) oder direkt das zentrale Nervensystem kurzzeitig „lahm gelegt“ (Vollnarkose).

Dieser Artikel widmet sich beiden Varianten & geht genauer auf den Ablauf, die Risiken & die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ein.

Wann ist eine Narkose bei der Zahnbehandlung nötig?

Oftmals wird eine Narkose angeboten, wenn der Patient panische Angst vor einem kleinen Eingriff hat oder die Behandlung größer ausfällt – also mit nicht auszuhaltenden Schmerzen verbunden wäre.

Auch bei Kindern greift der Zahnarzt gerne in die Trickkiste und benutzt ein Kältespray, um den entsprechenden Bereich zu betäuben & einen Milchzahn zu ziehen.

narkose beim zahnarzt
Unangenehm, aber keine Qual mehr wie im Mittelalter: Der Besuch beim Zahnarzt.

In jedem Fall werden Sie ausführlich von Ihrem behandelnden Zahnarzt aufgeklärt – und natürlich setzt auch dieser Ratgeber im Internet nicht die Behandlung durch einen Fachmann. Nutzen Sie die nachfolgenden Abschnitte bitte nur zur Information.

Die verschiedenen Narkose-Varianten

Es gibt prinzipiell 2 verschiedene Möglichkeiten der Anästhesie: die Voll- und Teilnarkose.

Vollnarkose

Bei der Vollnarkose werden Sie in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt und verlieren jegliches Gefühl im ganzen Körper.

  • Aber keine Angst! Sobald der Eingriff vorüber ist, kehrt das Empfinden langsam wieder zurück.
  • Diese Methode wird oft für größere und längere Eingriffe gewählt. Auch bei Angstpatienten nutzen viele Zahnärzte diese Art der Sedierung.

Ihnen wird hierbei eine Kombination verschiedener Medikamente verabreicht, um eine langanhaltende und vollkommene Schmerztoleranz zu gewährleisten.

Diese Medikamente kommen zum Einsatz

Inhalationsanästhetika, Sedativa und Hypnotika sorgen dafür, dass Sie Ihr Bewusstsein verlieren. Durch die Gabe von Schmerzmitteln, sog. Analgetika (z.B. Opioide oder Ketamine) wird verhindert, dass Sie etwas von dem Eingriff spüren oder gar Schmerzen empfinden. Meistens wird dann noch ein Muskelrelaxans zur Entspannung verabreicht.

Ablauf & Dauer der Vollnarkose

Dieser Medikamentencocktail wird Ihnen intravenös oder aber per Maske gegeben. Die Dauer einer Vollnarkose hängt immer von der Art des Eingriffs ab – Sie kann 30 Minuten oder aber auch mehrere Stunden andauern.

  • Auch das „Erholen“ nach dem vollkommenen Bewusstseinsverlust ist je nach Patient unterschiedlich.
  • Manche Menschen können eine Stunde danach bereits einen Marathon laufen und anderen geht es sogar noch am nächsten Tag bescheiden.

Teilnarkose

Eine weitere Möglichkeit der Betäubung bietet die weniger aufwändige Teilnarkose. Bei der Lokalanästhesie werden lediglich Abschnitte Ihres Mundraumes betäubt.

narkosespritze beim zahnarzt

Meist geschieht dies mittels Betäubungsspritze.

  • Ihnen wird also mithilfe einer Spritze ein Betäubungsmittel direkt in das zu operierende Gewebe injiziert. Bereits nach kurzer Zeit setzt die Wirkung ein und Ihr Mund fühlt sich taub an.
  • Das enthaltene Medikament sorgt für einen „Nervenblock“ – Kalzium-Ionen können nicht mehr aus den Neuronen ausgeschüttet werden und somit wird die Reizweiterleitung gestoppt.

Sie spüren also in diesem speziellen Gebiet erstmal nichts mehr. Anders als bei der Vollnarkose sind sie bei dieser Operation bei vollem Bewusstsein und könnten dem Operateur sogar „über die Schulter schauen“.

Geringe Nebenwirkungen & schnelle Erholung

Sie sparen sich das Aufwachen und Erholen nach der Betäubung und sind direkt wieder fit. Diese Art der Narkose hält nicht so lange an und eignet sich für kleine und kurze Behandlungen wie etwa Wurzelbehandlungen.

Kältespray

Werden die Zähne bei Kindern gezogen, greift der Zahnarzt aber auch gerne einmal zum Kältespray, um den Kleinen die Angst zu nehmen und das Zähneziehen so angenehm wie möglich zu gestalten. Diese Art der Betäubung nennt sich Oberflächenanästhesie. Sie wird nur selten angewendet, denn: Zu starkes langes Einsprühen des Gewebes mit Eis kann zum Absterben der Zellen führen,was irreversibel ist.

Sedierung mit Lachgas

Das Sedieren des Patienten mittels Lachgas gehört ebenfalls zur Kategorie Narkose.

  • Hierbei wird Ihnen während der Behandlung eine Maske auf den Mund gesetzt, welche ein Gasgemisch bestehend aus Sauerstoff und Stickstoff freisetzt.
  • Genaugenommen kann man hier nicht wirklich von Betäubung reden, denn mit Lachgas wird Ihnen schließlich nicht der Schmerz, sondern lediglich die Angst genommen.

Nach kurzer Zeit entspannen Sie sich. Diese Methode wird vor allem bei sehr ängstlichen Patienten verwendet.

Ablauf der Vollnarkose beim Zahnarzt

Sobald feststeht, dass Sie eine Betäubung erhalten, hängt die weitere Vorgangsweise zunächst auf die Art der Narkose an.

Vorbereitung & Ablauf der Vollnarkose

Bei der Vollnarkose werden Sie einige Tage vor dem Eingriff in die Zahnarztpraxis bestellt und erhalten ein umfangreiches Aufklärungsgespräch mit einem Anästhesisten.

vollnarkose zahnarzt
Bei der Vollnarkose ist in der Regel mehr als ein Fachmann anwesend.

Eine Vollnarkose darf lediglich von einem erfahrenen Mediziner durchgeführt werden. Hierbei wird Ihr allgemeiner Gesundheitszustand (Laborwerte, Blutdruck, Gewicht, Alter, Vorerkrankungen, etc.) analysiert, um das Risiko zu minimieren.

Nur wenn der Anästhesist (ein auf Narkose spezialisierter Fachmann) der Meinung ist, dass Sie sich gefahrenlos einer Vollnarkose unterziehen könnten, werden Sie planmäßig in den Operationsplan aufgenommen und Ihnen wird gesagt, wann Sie am OP-Tag da sein müssen.

Nüchtern zur Behandlung erscheinen

Essen und trinken Sie am Vortag nach Mitternacht nichts mehr. Sie müssen vollkommen nüchtern bei Ihrem Zahnarzt erscheinen.

  • Denn würde man Sie bei vollem Mageninhalt in Narkose versetzen, droht eine sog. Aspiration.
  • Hierbei gelangt Mageninhalt in die Lunge und verursacht eine Lungenentzündung, die lebensbedrohlich sein kann.

Dauer der Vollnarkose beim Zahnarzt

Die Dauer der Vollnarkose wird so kurz wie möglich gehalten, variiert aber je nach Eingriff von 20 Minuten bis hin zu mehreren Stunden.

  • Sie werden über den kompletten Behandlungszeitraum schlafen und nichts spüren. Nach der Operation erwachen Sie langsam.
  • Sie werden sich zunächst einmal sehr benommen fühlen, regenerieren sich aber in der Regel schnell.

Meistens wird Ihnen nach dem Aufwachen nochmals ein schmerzstillendes Mittel verabreicht, um Sie noch eine Weile von den Schmerzen zu befreien.

Ablauf der Teilnarkose

Die Lokalanästhesie wird von Ihrem Zahnarzt unmittelbar vor der Behandlung durchgeführt. Diese wird bei kleinen ambulanten Eingriffen bevorzugt gewählt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten: die gängigste ist mittels Infiltration (Betäubungsspritze) oder aber mittels des weiter oben erwähnten Eissprays. Nach der Lokalanästhesie haben Sie keine lange Erholungsphase und können meist direkt nach Hause.

Welches Risiko besteht bei einer Narkose?

Muss ich mir Sorgen machen? Welche Risiken birgt die Betäubung für mich? Kann ich selbst etwas tun, um das Risiko zu senken? Diese Fragen stellen sich wohl die meisten von uns, sobald feststeht, dass wir eine Narkose erhalten werden. Doch welches Risiko hat eine Narkose wirklich?

betäubung zahnarzt
Bereits vor der Betäubung klärt Sie Ihr Zahnarzt über die Risiken der Behandlung auf.

Die Risiken der Vollnarkose

Eine wichtige Rolle hierbei spielt die Art der Narkose, die Dauer, die verwendeten Narkosemittel, Geschlecht, Vorerkrankungen und das Alter.

Die größten Risiken birgt die Vollnarkose.

  • Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen, und postoperatives Kälteempfinden.
  • Gelegentlich können ungewollte Muskelkontraktionen („Muskelzittern“) auftreten.
  • Selten kommt es zu Zahn-, Luftröhren- sowie Nervenschädigungen durch den Beatmungsschlauch.

Ihr Zahnarzt ist dazu verpflichtet, Sie genau über die Risiken aufzuklären und kann darüber hinaus noch Ihren individuellen Gesundheitszustand in seine Empfehlungen miteinfließen lassen. Vertrauen Sie also auf den Rat Ihres Arztes.

Die Risiken der Teilnarkose

Nebenwirkungen treten bei der Lokalanästhesie sehr selten auf. Hierzu zählen: Blutdruckabfall, Schwindel und Übelkeit, Muskelzittern und allergische Reaktionen.

Um Ihr Risiko so gering wie möglich zu halten, konsumieren Sie mindestens 1 Woche vor der Narkose weder Alkohol noch jegliche Art von Drogen. Seien Sie beim Beantworten von irgendwelchen Fragebogen stets ehrlich.

Ihr Arzt unterliegt der Schweigepflicht und darf ohnehin nichts weitersagen. Es geht schließlich um Ihre Gesundheit.

Ehrlichkeit ist vor allem bei Krankheiten & Schwangeren wichtig

Geben Sie Auskunft über vorliegende Vorerkrankungen und Medikamente, die Sie zurzeit nehmen.

Wenn Sie an Infektionskrankheiten leiden, so geben Sie dies ebenso an. Bei vorliegender oder möglicher Schwangerschaft ist es ebenfalls wichtig, dies Ihrem Zahnarzt mitzuteilen, damit dieser die für Sie beste Behandlungsform wählen kann.

Müssen bestimmte Zielgruppen vorsichtiger sein?

Prinzipiell haben Sie in der Schwangerschaft allgemein ein erhöhtes Risiko. Allerdings wird Ihr Zahnarzt ein anderes Betäubungsmittel (ohne Adrenalin) für Sie wählen, um das Risiko für Sie und Ihr Baby zu minimieren.

In jedem Fall sollten Sie sich ausführlich von Ihrem behandelnden Zahnarzt beraten lassen.

Narkose bei Kindern

Bei Kindern wird möglichst versucht, eine Narkose zu vermeiden, da auch die Kleinen ein erhöhtes Risiko haben. In jedem Fall wird Ihr Zahnarzt die Kindernarkose gering dosieren und so kurz wie möglich halten.

Die Kosten einer Narkose beim Zahnarzt

Eine Lokalanästhesie wird in so gut wie allen Fällen von Ihrer Krankenkasse übernommen werden. Wieviel kostet eine Vollnarkose? Leider ist es bei der Vollnarkose nicht ganz so einfach:

Diese übernimmt Ihre Krankenkasse nur in Ausnahmefällen.

Wenn die medizinische Notwendigkeit gegeben ist und eine einfachere Narkoseform nicht in Frage kommt, müssen Sie selbst nichts zahlen.

In diesen Fällen zahlt die Krankenkasse die Vollnarkose:

Ausnahmefälle sind zum Beispiel:

  • Patienten, die unter einer geistigen Behinderung leiden und deshalb nicht kooperieren wollen
  • Patienten mit schweren Bewegungsstörungen
  • Kinder unter 12 Jahren, die panische Angst vor dem Eingriff haben und deshalb nicht kooperieren wollen
  • Patienten mit Dentalphobie („Angst vor dem Zahnarzt“)
  • Patienten mit Allergien gegen örtliche Betäubungsmittel/Beruhigungsmittel
  • Patienten mit speziellen organischen Erkrankungen (z.B. wird das lokale Betäubungsmittel zu schnell vom Körper abgebaut und wirkt deshalb nicht mehr)
  • Patienten, welche Sie einem größeren chirurgischen Eingriff unterziehen müssen und der nicht unter Lokalanästhesie durchgeführt werden kann

Wenn also keine medizinische Notwendigkeit vorliegt, erfolgt keine Kostenübernahme. Dies ist zum Beispiel bei der Entfernung aller 4 Weisheitszähne der Fall.

Wenn die Vollnarkose nicht unbedingt nötig ist, müssen Sie selbst zahlen

Hierbei werden die Zähne in der Regel nicht auf einmal, sondern verteilt auf mehrere Sitzungen unter Lokalnarkose entfernt.

zahnbehandlung kosten

Wenn Sie in diesem Fall also eine Vollnarkose wünschen, müssen Sie die Kosten hierfür selbst tragen. Dann spricht man von einer sogenannten „Wunschnarkose“.

Die konkreten Kosten einer Narkose:

Oftmals kommen also neben der Zahnbehandlung auch noch Narkosekosten auf Sie zu. Die Preisunterschiede sind hierbei sehr groß. Pauschal lässt sich der Preis nicht ermitteln.

Als kleine Orientierung:

Art der NarkoseÜbliche Kosten
1 Stunde Vollnarkose mit AnästhesistenCa. 250€
Jede weitere halbe Stunde50-70€

Eine Vollnarkose unter medizinischer Überwachung durch einen professionellen Anästhesisten kostet pro Stunde um die 250€.

Dauert der Eingriff länger als eine Stunde, kommen nochmals pro 30 Minuten 50€ – 70€ dazu. Die Kosten hängen also von mehreren Faktoren ab.

Fragen Sie Ihren Zahnarzt

Informieren Sie sich also am besten vorab bei Ihrem Zahnarzt über die Kosten und eine mögliche Kostenübernahme.

Dieser kann Ihnen auch sagen, wie lange der Eingriff dauert und welche Kosten in etwa auf Sie zu kommen. Außerdem kann er Sie auch darüber beraten, ob es sinnvoll wäre, mehrere kleine Punkte auf einmal zu operieren

Vorsorge ist am billigsten

Um sich teure & unangenehme Behandlungen beim Zahnarzt zu ersparen Sie am besten auf eine tägliche Vorsorge mit korrekter Zahnpflege.

Eines der wirkunsgvollsten Hilfsmittel sind elektrische Geräte wie Schallzahnbürsten oder elektrische Zahnbürsten von Oral-B.

Ganz automatisch putzen Sie damit sehr gründlich, weil Ihnen diese Bürsten den Großteil der Arbeit abnehmen. Vor allem, wenn Sie die richtige Putztechnik mit der Hand vernachlässigen, macht sich so ein Gerät garantiert bezahlt.

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