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Die 10 wichtigsten Fakten über Zahnimplantate (mit Interview)

Hier lesen Sie alles Wissenswerte zu Implantaten. Welche Kosten & Risiken kommen auf Sie zu, wann macht ein künstlicher Zahnersatz überhaupt Sinn?

Dieser Infoartikel in Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt Dr. Gelencsér beantwortet die drängendsten Fragen.

Zahnimplantate gibt es seit den 1980er Jahren. Durch die stete Weiterentwicklung der Implantate selbst wie auch der zahnmedizinischen Diagnose- und Operationstechniken gilt diese Form des Zahnersatzes mittlerweile oft als Königsweg.

Aber stimmt das wirklich?

Sind Zahnimplantate wirklich in jedem Fall besser als Kronen, Brücken und Prothesen? Welche Vor- und Nachteile gibt es und hat nicht auch ein Zahnimplantat Risiken?

Welche Kosten sind mit dem Einsetzen eines Implantats verbunden? Diese und weitere Fragen möchten wir Ihnen mit unseren 10 wichtigsten Fakten zum Thema Zahnimplantat beantworten!

1. Zahnimplantate ermöglichen die Schließung von Zahnlücken ohne Beeinträchtigung der benachbarten natürlichen Zähne.

Ein Zahnimplantat ist eine besondere Form des festen Zahnersatzes: Das Implantat wird, ähnlich wie der natürliche Zahn, im Kieferknochen verankert.

  • Es ermöglicht ganz natürliches Sprechen und Lachen, Abbeißen und Kauen – und auch die Optik ist täuschend echt.
  • Das Einsetzen des Implantats kann ohne Beeinträchtigung der benachbarten natürlichen Zähne erfolgen.

Bei einer Brücke dagegen erfolgt die Schließung der Zahnlücke durch einen künstlichen Zahn, der an den benachbarten natürlichen Zähnen, den sog. Brückenpfeilern befestigt wird.

Diese müssen zu diesem Zweck abgeschliffen und überkront werden.

2. Zahnimplantate sind auch in Situationen einsetzbar, wo sonst nur die Prothese bleibt.

Das Zahnimplantat ist direkt im Kieferknochen verankert und ermöglicht die Lückenschließung auch in folgenden Situationen:

  • Freiendsituation: Einsetzen des Implantats zum Ersatz des/der fehlenden hinteren Backenknochen
  • Schließung großer Zahnlücken: Wenn mehrere fehlende Zähne zu ersetzen sind, kann das Implantat zur Verankerung von Brücken dienen – sowohl als klassisch-randständiger Brückenpfeiler wie auch als zusätzlicher Mittelpfeiler.
  • Rekonstruktion fast oder vollständig zahnlose Kiefer: Hier bieten Implantate eine Lösung mit einem deutlich ‚natürlicheren‘ Gefühl als bei einer Teil- oder Vollprothese.

3. Zahnimplantate schützen vor einem zahnlückenbedingten Abbau des Kieferknochens.

Die stete Belastung des Zahnes beim Abbeißen und Kauen wird über die natürliche Zahnwurzel auf den Kieferknochen übertragen – und eben dies hält den Knochen fit!

  • Wenn diese regelmäßige Belastung infolge eines Zahnverlusts entfällt, kann es zum Abbau des Kieferknochens kommen, was in der Folge zu weiteren Problemen führt.
  • Nach dem Einsetzen des Zahnimplantats dagegen übernimmt der Implantatkörper die Rolle der ‚künstlichen Zahnwurzel‘ und führt das ‚Training‘ des Kieferknochens somit fort.

Darüber hinaus schützt das Implantat – ebenso wie herkömmlicher Zahnersatz – durch die Schließung der Lücke vor Verschiebungen innerhalb der Zahnreihe wie auch vor dem ‚Hineinwachsen‘ des Gegenspielers, also des über/unter der Lücke liegenden Zahns im Ober- bzw. Unterkiefer.

4. Die feste Verankerung des Zahnimplantats im Kieferknochen ist zeitaufwändig und erfordert zwei chirurgische Eingriffe.

Ein Zahnimplantat wird – ähnlich wie ein natürlicher Zahn – fest im Kieferknochen verankert.

Das heißt, dass zum Einsetzen des Implantats eine Operation erforderlich ist. Genau genommen sind es sogar zwei Eingriffe, die im Abstand von 3-6 Monaten durchgeführt werden:

  • Einsetzen des Implantatkörpers: Zunächst wird das Zahnfleisch chirurgisch aufgetrennt und zurückgeklappt, um den Kieferknochen freizulegen. Anschließend wird der Kieferknochen mithilfe eines Bohrers geöffnet, um einen passenden ‚Hohlraum‘ zum Einsetzen des Implantatkörpers zu schaffen. Abschließend wird das Zahnfleisch mit einer chirurgischen Naht verschlossen, um das ungestörte Einheilen in den Kieferknochen zu ermöglichen.
  • Aufsetzen der Implantatkrone: Im zweiten Schritt – nach der Einheilungsphase – wird das Zahnfleisch erneut operativ geöffnet, um die künstliche Zahnkrone auf dem Implantatkörper zu befestigen. Dabei wird lediglich ein winziger Schnitt gesetzt, der in der Regel nicht genäht werden muss, sondern von selbst verheilt.

So sieht beim Einsetzen eines Zahnimplantats der normale Ablauf aus. In Einzelfällen können vor der Implantation noch zusätzliche Maßnahmen zum Knochenaufbau oder zur Behandlung einer Parodontitis erforderlich sein.

5. Moderne CT-Technologie sorgt bei Zahnimplantationen für bessere Diagnosen und präzisere Eingriffe.

Computertomografie ermöglicht die Erstellung dreidimensionaler Modelle des Kieferknochens. So kann der behandelnde Arzt erkennen, wie lang, breit und dick der Knochen ist – sprich: ob genügend Knochensubstanz für eine erfolgreiche Implantation vorhanden ist oder ob zuvor knochenaufbauende Maßnahmen erforderlich sind.

  1. Außerdem entscheidet der Arzt anhand der individuellen Voraussetzungen des Patienten , welches Implantat-Modell am besten einzusetzen ist.
  2. Das 3D-Modell ermöglicht zudem eine genaue OP-Planung und wird auch zur Erfolgskontrolle eingesetzt, um das Einwachsen des Implantatkörpers zu überprüfen.

6. Trotz größter Sorgfalt und modernster Technik lassen sich Operationsrisiken und Wundheilungsstörungen bei einer Zahnimplantation nicht restlos ausschließen.

Für eine Zahnimplantation gilt dasselbe wie auch für andere chirurgische Eingriffe: Trotz größter Sorgfalt und Erfahrung des behandelnden Arztes und trotz Einsatz modernster Medikamente und Geräte lassen sich gewisse Risiken nie restlos ausschließen. Dazu gehören:

  • allgemeine Operationsrisiken, u.a. Beschädigung von Blutgefäßen und Nervenbahnen, Gerinnselbildung und Gefühlsstörungen
  • Narkoserisiken, d.h. Unverträglichkeitsreaktionen auf Lokalanästhetika und/oder Narkosemittel
    In der Regel steht nicht zu befürchten, dass ein Zahnimplantat Schmerzen verursacht: Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung und im Dämmerschlaf, ggf. auch in Vollnarkose durchgeführt.

Außerdem: Unmittelbar danach treten Wundheilungsschmerzen auf, die jedoch gut mit Schmerzmitteln zu kontrollieren sind.

7. Zahnimplantate sind für starke Raucher, Diabetiker sowie Parodontitis-Patienten nicht geeignet!

Die ausführliche Diagnose und Vorbesprechung vor der Implantation dient dazu, den Gesundheitszustand des Patienten zu erfassen, um bestmöglich auf bestehende Risiken reagieren zu können. Wenn eine OP zu riskant erscheint, wird der Arzt den Eingriff ablehnen.

Als Risikofaktoren gelten insbesondere bestimmte Vorerkrankungen und/oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Grund hierfür ist zum einen das erhöhte OP-Risiko wie auch das signifikant höhere Risiko eines späteren Implantatverlusts. Dazu zählen insbesondere:

  • Diabetes
  • Parodontitis
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Tumorerkrankungen, insb. Leukämie
  • Störungen der Immunabwehr
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei denen die Patienten Gerinnungshemmer einnehmen

Weitere Risikofaktoren, die den erfolgreichen Heilungsverlauf einer Zahnimplantation gefährden und das Risiko des Implantatverlusts signifikant erhöhen, sind:

  • Tabakkonsum
  • Drogenkonsum

implantat rauchen

8. Wenn der Einheilprozess erfolgreich verläuft, bieten Zahnimplantate eine langlebige Lösung.

Statistische Langzeitdaten zeigen, dass 90 % der Zahnimplantate im Unterkiefer und 80-85 % der Implantate im Oberkiefer auch noch 10 Jahre nach dem Einsetzen funktionsfähig sind.

Zu Implantatverlusten kommt es überwiegend in den ersten Monaten unmittelbar nach der OP, Ursache sind zumeist Komplikationen im Einheilungsprozess.

9. Entzündliche Erkrankungen im Mundraum (Periimplantitis) können schlimmstenfalls zum Verlust des Implantats führen.

Kariesbakterien können dem Zahnimplantat zwar nicht schaden – entzündliche Erkrankungen im Mundraum dagegen sind für Implantatträger gefährlich. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Zähne immer gründlich putzen – am besten mit einer elektrischen Zahnbürste.

Die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) kann sich auf den Zahnhalteapparat und den Kieferknochen ausweiten, zu Gewebeschädigungen führen und letztlich zum Verlust des Implantats führen.

  • Zur Vorbeugung empfiehlt sich:
    regelmäßige, fachgerechte Mundhygiene
  • Rauchverzicht (beugt auch gelben Verfärbungen vor und sorgt für weiße Zähne)
  • regelmäßige Termine beim Zahnarzt und/oder Prophylaxe-Spezialisten zur professionellen Zahn- und Implantatreinigung
  • sofortige Behandlung von Entzündungsanzeichen (Zahnfleischbluten)

10. Die Kosten für ein Zahnimplantat werden im Regelfall nicht vollständig von der Krankenkasse erstattet.

Welche Zahnbehandlungen vom Patienten selbst zu bezahlen sind und welche von der Kasse übernommen werden, hängt jeweils von Ihrer Krankenversicherung ab.

  1. Der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sieht grundsätzlich keine volle Kostenübernahme für Zahnimplantate vor.
  2. Im Rahmen der Regelversorgung sind lediglich Festzuschüsse zur Behandlung bestimmter Zahndefekte vorgesehen – unabhängig von der Art der Versorgung.

Es gibt also u.a. einen Festbetrag für die Schließung einer einzelnen Zahnlücke – unabhängig davon, ob diese durch eine Brücke oder ein Implantat versorgt wird. Da die Kosten für ein Zahnimplantat höher sind als für eine Brücke, fällt für den Patienten also im Regelfall ein höherer Zuzahlungsbetrag an.

Eine darüberhinausgehende Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist nur in Ausnahmefällen möglich:

  • Ausnahmeindikation: Eine Verpflichtung zur Kostenübernahme seitens der Kasse gibt es bspw. bei genetisch bedingtem Fehlen von Zähnen, schweren unfallbedingten Kieferdefekten inkl. Zahnverlust, beim Zahnverlust aufgrund von Tumorerkrankungen sowie bei bestimmten Allergien.
  • Härtefallregelung: Bei Menschen mit geringem Einkommen gilt die Zahlung für Gesundheitsleistungen als unzumutbare Belastung und kann u.U. übernommen werden.

Interview: 7 Fragen an den Arzt

Frage 1. Implantate, so heißt es oft, sind teurer als andere Formen des Zahnersatzes. Wie sieht es für einen deutschen Kassenpatienten mit einer einzelnen Zahnlücke konkret aus – wie viel kostet die Brücke, wie viel das Implantat?

Wenn man Implantate braucht, hat man tatsächlich mit Mehrkosten zu rechnen, die jedoch durchaus rentabel sind. Wenn man von einer Einzelzahnlücke spricht, zahlt man etwa um 300 € mehr als für eine 3-gliedrige Zahnbrücke. Zu beachten ist jedoch, dass für die Implantatkrone die Nachbarzähne nicht abgeschliffen und mitüberkront werden müssen.

Außerdem muss man unter dem Brückenglied auf lange Sicht auch stetigen Knochenrückgang in Kauf nehmen, was die ausreichende Pflege der Nachbarzähne beeinträchtigt. Alles in Allem gibt es eindeutig mehr Pros als Contras. Der Unterschied lohnt sich.

Frage 2. Werden die höheren Kosten des Implantats durch eine höhere Lebensdauer im Vergleich zur Brücke kompensiert?

Auf jeden Fall. Zahnimplantate verwachsen mit dem Kieferknochen und dadurch, dass sie die Kaukräfte entsprechend weiterleiten, läuft man nicht Gefahr, dass Knochenschwund entsteht, wie das vergleichsweise unter einem Brückenglied der Fall sein könnte.

Zahnbrücken gelten ebenfalls als Langzeitlösungen, aber wenn man bedenkt, dass hier ev. gesunde Nachbarzähne daran büßen müssen, stellen Implantatversorgungen eine Situation dar, die dem Originalzustand am nächsten kommen.

Zahnimplantate bedeuten bei entsprechender Mundhygiene eine zuverlässige Lösung für lange Jahrzehnte.

Frage 3. An wen sollte man sich wenden, wenn man über ein Zahnimplantat nachdenkt: Geht man da einfach zum normalen Zahnarzt?

Aus vielen Anfragen geht eindeutig hervor, dass man sich eher irgendwo Rat holt, wo man weiß, dass der betroffene Zahnarzt Routine hat. Implantatbehandlungen sind mit Angstvorstellungen verbunden, obwohl sie sich dann gar nicht so schlimm entpuppen, wie erwartet.

Aber die Patienten scheinen mehr Vertrauen zu haben, wenn sie wissen, dass der Zahnarzt Experte ist, und nicht 2-4 Implantate im Jahr setzt. Zahnimplantierung ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin, und hier gilt auch: ein Spezialist verfügt über mehr Routine und mehr Erfahrung.

Frage 4. Der grenzüberschreitende Medizintourismus in Europa wird immer beliebter. Wie sieht es bei Zahnimplantaten aus: Wie steht es um die Kosten, aber auch die Qualität bei ausländischen Anbietern?

Um ehrlich zu sein, boomt der grenzüberschreitende Medizintourismus schon seit Jahrzehnten. Das hat plausible Gründe, allen voran sind es aber die Portemonnaie-freundlicheren Preise.

Im Gegensatz zu vielen Gerüchten werden auch in anspruchsvollen ausländischen Zahnarztpraxen dieselben Zahnimplantate und Dentalwerkstoffe verwendet, wie in den westeuropäischen Ländern. Der enorme Unterschied erklärt sich durch die Löhne und Nebenkosten.

Andersrum ist es aber eben diesem Boom zu verdanken, dass ausländischen Zahnarztpraxen vielleicht mehr investieren, und dadurch up-to-date sind, was die Technologien angeht.

Günstiger ist nicht obligatorisch schlechter oder umgekehrt, aber selbstverständlich muss man sich zuerst informieren, Vergleichsangebote reinholen, sich über die sprachlichen Barrieren und die Wahlpraxis ein Bild machen, Garantiefragen klären.

Frage 5. Spezialisierte Implantat-Zentren nutzen häufig moderne CT-Technologie. Heißt das, man wird vor der OP in die berühmte Röhre geschoben?

Moderne CT-Technologie ist ein Muss in jeder modernen Zahnarztpraxis. Der Computertomograph sieht nämlich exakte Knochenwerte, die weder auf einer herkömmlichen Röntgenaufnahme, noch bei der physikalischen Untersuchung ersichtlich sind.

Strukturen der Mundhöhle werden überlagerungsfrei, aus beliebigen Blickwinkeln betrachtbar dargestellt. Und keine Bange, man wird nicht in die Röhre geschoben – es handelt sich um ein revolutionäres High-Tech-Röntgengerät, an dem man sich einfach heranstellt. Der Kopf wird dann von einem beweglichen Arm umkreist und gescannt.

Frage 6. Wie schnell nach dem Eingriff ist man wieder fit, ab wann darf man normal essen, wann ist man wieder büro- bzw. gesellschaftsfähig?

Die Zahnimplantation gilt heute als absoluter Routineeingriff und ist gewiss weniger invasiv als Zahnextraktionen und/oder das Entfernen von Weisheitszähnen. Komplikationen gibt es kaum.

Man darf und kann bereits einige Stunden nach dem Eingriff essen, wenn die Betäubung nachgelassen hat. Wegen Infektionsgefahr darf man 2-3 Tage lang keine Milchprodukte und Eier essen, und sollte auf Alkohol und Tabak verzichten. Die Verhaltensregeln werden erklärt und auch schriftlich mitgegeben.

Die Praxis verlässt man mit einem Provisorium, das man stikt tragen muss. Je nachdem wie der Organismus reagiert, sieht man manchmal manche mit Blutergüssen oder Schwellungen. Das ist eine natürliche Begleiterscheinung, die in wenigen Tagen wieder spurlos verschwunden ist.

Wenn man keine schwere physikalische Arbeit verrichtet, muss man nicht krankgeschrieben werden, denn man kann wie gewohnt seinen Tätigkeiten nachgehen und seine Arbeit verrichten.

Experteninterview mit Dr. Gelencsér von zahnarzt-ungarn-heviz.de

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